Auf Novaya Semlja
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Zeit: 17.8.2018
Koordinaten: 76.50 Nord, 69.40 Ost
Ort: Kap Zhelanya an der Nordspitze von Nowaya Semlya
Voll ausgebootet
Heute ist der Tag, an dem wir erstmals in den Zodiacs an Land gehen werden. Nasse Landung heisst das, d.h. man springt ins Wasser, das hier 4 Grad warm ist. Dafür stellt das Schiff aber freundlicherweise Arktis-taugliche Gummistiefel.

Bevor die Gäste and Land gebracht werden, wird die Landestelle gesichert. Dafür geht immer Zodiac mit dem Expeditionsleiter und Crew-Mitglieder, sowie den Eisbärenwächtern zuerst and Land. Sollten Eisbären auftauchen, wars das mit dem Landgang. Die Tiere sind jetzt im Sommer extrem aggressiv, weil sehr hungrig. Sie brauchen Eis, damit der Tisch mit Robben gut gedeckt wird. Dann müssen die Robben nämlich an Eislöchern auftauchen, um Luft zu holen. Für den Eisbär ist das quasi ein frei Haus geliefertes Festtagsmenu. Er muss nur warten, bis die Robben kommen und dann zulangen. Im Sommer hingegen, gibt es kein Eis und auch keine Eislöcher. Da müssen die Eisbären ganz mühsam nach Essen suchen und Robben jagen, meist ohne Erfolg. Richtige Probleme bekommen Sie nun aber, weil es auch im Winter nicht mehr genügend Eis gibt, und die Robben überall auftauchen können, nicht nur an den mühsam offen gehaltenen Luftlöchern.

Wir werden nochmals aufgeklärt, wie das hier läuft. Vor allem, dass das letzte Zodiac um 17:30 ablegt. Wer da nicht da ist, kann hier überwintern….

Die Station wurde in den 1920er Jahren gegründet, bis in die 1990er betrieben und dann aufgelassen – als riesige Müllhalde. In 2013 haben die Russen die Station wieder besetzt, erst mal aufgeräumt und neue Unterkünfte gebaut. Heute leben und forschen hier wieder einige Ranger, die wir jetzt aber an Bord genommen haben, um sie mit nach Franz-Josef-Land zu nehmen.
Wir betreten arktischen Boden
Im Sommer eisfrei ist die Landschaft hier einfach nur extrem karg. Es gibt kaum Vegetation.

So karg die Landschaft ist, Blumen gibt es sogar hier. Sonst nur Flechten und Moose.

Auch wenn nicht viel wächst, für Möven und andere Arktisvögel ist es hier ideal.

Obwohl das hier wirklich schon fast am Ende der Welt liegt: Krieg gab es sogar hier oben.

Zurück zum Schiff

Die Russen zeigen hier natürlich Präsenz, auch wenn es nur ein Landungsboot ist.

Pünktlich sind wir wieder zurück auf dem Schiff und nehmen nun Kurs auf Franz-Josef-Land, das die österreichisch-ungarische Expedition unter Peyert und Weiprecht im Jahr 1874 entdeckt hat. Ihr im Eis eingeschlossenes Schiff driftete nämlich mit dem Eis von Nowaya Semlya bis zur ca 700 km nörlich davon gelegenen Gruppe von Inseln, die sie zu Ehren des Kaisers Franz halt dann Franz-Josef-Land tauften.
Magnus